Krisenbilanz

Die Hauptlast der Krise haben die M+E-Unternehmen getragen. Durch den Gewinneinbruch des Jahres 2009 und durch die Remanenzkosten der Kurzarbeit haben die Betriebe etwa 37 Mrd. Euro für die Bewältigung der Krise gezahlt. Den Mitarbeitern in der M+E-Industrie sind durch Lohnausfall infolge Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit rund 7,5 Mrd. Euro entgangen. Selbst in der schwierigsten Phase der Krise waren nur etwa 960.000 M+E-Mitarbeiter von Kurzarbeit betroffen: Das war weniger als ein Drittel der Beschäftigten in der M+E-Industrie.

Auch bei der Entlohnung fällt die Bilanz zugunsten der Arbeitnehmer aus – zumal 2011 ein Aufhol- und kein Wachstumsjahr war. Über die Krise hinweg (2008 bis 2011) wurden die Tarifentgelte der Mitarbeiter um 9 Prozent erhöht, gesamtwirtschaftliche Produktivität und Inflation sind dagegen zusammen nur um 6,9 Prozent gestiegen. Selbst nach gewerkschaftlicher Lesart wurde der Verteilungsspielraum also um gut 2 Prozent überausgeschöpft. Deshalb gibt es für den von der IG Metall geforderten Nachschlag keine Grundlage.

Selbst wenn man einen Zehnjahres-Zeitraum betrachtet, haben die M+E-Unternehmen ihre Mitarbeiter fair entlohnt: Während die Einkommen der M+E-Mitarbeiter von 2000 bis 2011 im Schnitt um mehr als 30 Prozent erhöht wurden, stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland nur um knapp 20 Prozent – es verbleibt also ein spürbares reales Plus.