Mit der Wirtschaft geht es immer heftiger auf und ab. Die Risiken der Finanzmärkte schlagen fast ungebremst auf die Realwirtschaft durch. Wenn die Betriebe einigermaßen unbeschadet durch diese Wechselbäder kommen sollen, brauchen sie eine Knautschzone, welche die schlimmsten Stöße abfängt und sie möglichst unabhängig von den Finanzmärkten macht. Deshalb müssen die Eigenkapital-Reserven der Betriebe und die Arbeitszeitkonten der Beschäftigten rasch wieder aufgefüllt werden. Solche Flexibilitätspuffer geben Sicherheit in unsicheren Zeiten.
Die Metall- und Elektro-Industrie hat in den zurückliegenden Jahren bemerkenswerte Erfolge erzielt: Im Krisenjahr 2009 haben die M+E-Betriebe drastische Produktivitätseinbußen hingenommen, um Hunderttausende von Arbeitsplätzen zu retten; 2010 haben sie die Realeinkommen der Beschäftigten gesichert und früher als erwartet mit dem Beschäftigungsaufbau begonnen; 2011 haben sie die Mitarbeiter mit einer Tabellenerhöhung von 2,7 Prozent am Aufholprozess beteiligt – die Mehrheit sogar schon zwei Monate früher als ursprünglich vereinbart.
Dass die Metall- und Elektro-Industrie den beispiellosen Absturz so schnell wieder aufgeholt hat, liegt nicht nur an der teuren Strategie der Beschäftigungssicherung, die voll aufgegangen ist – und von der Bundesregierung unterstützt wurde. Es liegt auch nicht allein an der guten Weltmarktposition der Betriebe, deren Angebot die Bedarfe rund um den Globus deckt. Grund für die Erfolge war auch der Umgang der Tarifparteien miteinander: verantwortungsvoll, konstruktiv und lösungsorientiert. Bei allen Auseinandersetzungen in der Sache gilt es diesen Geist zu bewahren, wenn wir das Erreichte verteidigen und auch künftig gemeinsam Erfolge erringen wollen. Deshalb gilt es jetzt, gemeinsam Kurs zu halten - für starke Betriebe, gute Jobs und faire Chancen.